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Bischof Felix errichtet Pastoralraum am Blauen

Bischof Felix Gmür, Foto: Christian von Arx, Kirche heute
Foto: Christian von Arx, Kirche heute

In der Kirche von Zwingen hat Bischof Felix Gmür am 7. Februar den Pastoralraum am Blauen errichtet. Alle fünf Pfarreien und Kirchgemeinden waren an der Feier vertreten: Blauen, Dittingen, Grellingen, Nenzlingen und Zwingen.

Von Christian von Arx, Kirche heute

Seit 20 Jahren haben vier der fünf Pfarreien im Seelsorgeverband zusammengearbeitet, seit fünf Jahren ist auch Grellingen dabei. Jetzt machen sie den Schritt «von der Zusammenarbeit zur Zusammengehörigkeit», wie es in der ersten Fürbitte formuliert wurde. Mit einer Eucharistiefeier in der Kirche Mariä Empfängnis in Zwingen hat Bischof Felix Gmür am Sonntag, 7. Februar, den Pastoralraum am Blauen errichtet.

Zusammen mit Pastoralraumleiter Albert Dani – er ist verheirateter Theologe – bilden die Religionspädagogin Marion Scalinci-Ackermann und der leitende Priester Adolf Büttiker Sanar das kleine Seelsorgeteam des Pastoralraums. Adolf Büttiker ist auf die Errichtung hin neu dazu gekommen. Alle drei wurden in der Feier vom Bischof in ihre Aufgaben eingesetzt.

Gott ist einfach da

In seiner Predigt verknüpfte Bischof Gmür die Lesung aus dem Alten Testament, das Evangelium und die Aufgabe des Pastoralraums. Die an Gott gerichtete Klage des Ijob («Nie mehr schaut mein Auge Glück») mache bewusst, dass Juden und Christen keinen Götzen haben, der gegen eine Berührung, eine Spende oder ein Gebet das Gewünschte verschafft. Sondern einen Gott, der einfach da ist. «Wie eine gute Mutter und ein guter Vater, die nicht die Probleme lösen, sondern die Kinder dazu befähigen, damit umzugehen», sagte der Bischof. Auch Jesus wirke, indem er «einfach da» sei, erklärte er den Bericht von der Heilung der Schwiegermutter des Petrus (Mk 1,29–39): «Was Jesus tut, ist ein Hausbesuch.» Das sei eine der wirkmächtigsten Arten der Seelsorge: Besuchen und sich besuchen lassen – da sein. «Es braucht Mittler, es braucht Kommunikation im Pastoralraum: Da sein, vermitteln, Anteil nehmen.»

Jesus ziehe sich aber auch in die Stille zurück, suche die Kommunikation mit Gott, und gehe dann weiter, an einen anderen Ort. Daraus schloss der Bischof: «Christen treten nicht an Ort. Weitergehen ist auch ein Auftrag an uns. Es verändert sich alles, auch im Pastoralraum am Blauen.»

Veränderung – und Kerzen auf Hausbesuch

Diesen Gedanken nahm Rosmarie Pabst (Grellingen), die Präsidentin des Zweckverbandes der Kirchgemeinden am Blauen, in ihrem Dankeswort auf: Veränderungen bedeuteten stets auch Chancen. Sie blickte zurück auf die Entstehung des Pastoralraums und zeigte sich erfreut, dass mit Adolf Büttiker ein vollamtlicher leitender Priester neu seine Arbeit aufnehme.

Auch der «Hausbesuch» wird im neuen Pastoralraum am Blauen ernst genommen. So segnete Bischof Gmür fünf Laternen, je eine für jede Pfarrei. Sie stehen nun für das Hausgebet zur Verfügung, man darf sie einen bis drei Tage nach Hause nehmen, für das Gebet alleine oder mit der Familie.

Fürbitten aus allen fünf Dörfern

Die Errichtung fiel in eine Zeit starker Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie. So durfte Pastoralraumleiter Albert Dani abgesehen von den in offizieller Funktion Mitwirkenden nur 50 Personen begrüssen. Dank sorgfältiger Planung waren alle fünf Pfarreien gleichmässig vertreten. Und die Fürbittbücher, in die zuvor in jeder der fünf Kirchen Bitten geschrieben wurden, waren an der Errichtungsfeier dabei. Gott wurde gebeten, all die aufgeschriebenen Bitten zu erhören – «und auch die stillen und verborgenen Bitten der Menschen, die heute nicht da sein können».

Der gemeinsame Gesang war nicht erlaubt. Aber mit dem Sologesang von Henryk Polus und den Klängen von Johannes Fankhauser (Orgel) und Julia Fankhauser (Flöte und Oboe) erlebten die Teilnehmenden eine schlichte und dadurch vielleicht umso eindrücklichere musikalische Gestaltung.