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Schweizer Kirchenmänner präsentieren das Papst-Buch - Ökumenisches Signal

NZZ Online vom 16. April 2007

Das neue Buch Papst Benedikts XVI. ist in Bern aus katholischer und reformierter Sicht vorgestellt worden. Der Basler Bischof Kurt Koch bezeichnete es als «grosses Lebenswerk». Gottfried Locher, der Vizepräsident des Reformierten Weltbunds, verstand den Fokus auf Jesus als Zeichen eine ökumenischen Haltung.

(sda) Am Montag ist das neue Buch von Papst Benedikt XVI. über «Jesus von Nazareth» erschienen. Kurt Koch, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, und Gottfried Locher, der Vizepräsident des Reformierten Weltbunds, stellten in Bern das Werk vor. Dieses kam am Montag auf Deutsch, Italienisch und Polnisch in die Läden. Die französische Fassung ist für den 4. Mai angekündigt.

Bibel als logische Quelle
Der Basler Bischof Kurt Koch charakterisierte das Buch, das unter der doppelten Autorenzeile «Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.» erscheint, als «grosses Lebenswerk des Papstes». Benedikt XVI. bemühe sich darin, die Tür für das Geheimnis des Lebens Jesu zu öffnen.

Zentrales Anliegen von Benedikt XVI. sei es, aufzuzeigen, dass das Leben Jesu, wie es in der Bibel geschildert werde, viel logischer und verständlicher sei als historische Rekonstruktionen, sagte Koch.

Trennung zwischen Theologe und Papst
Gottfried Locher wies auf die ökumenischen Aspekte des Buchs hin. Dass ein amtierender Papst Jesus zum Thema eines Buches mache, sei dafür ein Anzeichen. Die Person Jesu sei das Fundament aller Theologien. Er lobte Benedikt XVI. auch dafür, das Gemeinsame und Trennende von Juden- und Christentum klar und tolerant herausgestrichen zu haben.

Kritisch äusserte sich Locher zur von Benedikt XVI. geäusserten Absicht, keinen lehramtlichen Akt vollziehen zu wollen. Es stelle sich die Frage, ob man als Papst ein solches Buch schreiben und gleichzeitig hoffen könne, dies als Joseph Ratzinger zu tun.

Zweiter Band soll folgen
«Jesus von Nazareth» ist als erster Band über das Leben Christi konzipiert. Der geplante zweite Band werde – wenn der Papst gesund bleibe – vielleicht in drei Jahren folgen, sagte Verlagslektor Burkhard Menke. Laut Menke gibt es ausser dem neuesten Werk von Benedikt XVI. nur ein einziges Buch, das von einem amtierenden Papst selber am Schreibtisch geschrieben worden ist. Dabei handle es sich um die Gedichte von Johannes Paul II.

 

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