Solothurner Zeitung vom 29. März 2004
Dompropst Arno Stadelmann orientierte an der Delegiertenversammlung der römisch-katholischen Synode des Kantons Solothurn über den Stand der «Grossräumigen Regionalisierung des Bistums Basel». Andreas Brun stellte die kantonale Fachstelle für Jugendseelsorge vor.
Mit Bern und Jura zu Bistumsregion vereint
ruedi studer
Über 100 Personen nahmen am Samstagmorgen an der Delegiertenversammlung der römisch-katholischen Synode des Kantons Solothurn im Kantonsratssaal in Solothurn teil. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Kurzreferat von Dompropst Arno Stadelmann über die «Grossräumige Regionalisierung des Bistums Basel». Bei diesem Projekt, welches seit einiger Zeit läuft, werden die neuen Führungsstrukturen definiert. Bisher war das Bistum in zehn Regionaldekanate gegliedert, welche geografisch den zehn Bistumskantonen entsprachen. Die Regionaldekanate werden mit der neuen Struktur abgeschafft und durch drei etwa gleich grosse Bistumsregionen ersetzt.
Schlankere Führungsstruktur
Der Kanton Solothurn wird mit den Kantonen Bern und Jura eine der drei Regionen bilden, wobei jeder Bistumsregion ein Bischofsvikar - für die Region BE-JU-SO ist Arno Stadelmann selbst für diesen Posten vorgesehen - vorstehen wird. Weiter wird für jede Region ein Theologe als Regionalverantwortlicher im Einsatz stehen. Dieser wird zusammen mit dem Vikar auch dem Bischofsrat angehören.
Stadelmann nannte verschiedene Gründe, welche für das Projekt sprächen. Die Regionalisierung garantiere eine schlankere Führungsstruktur. Die heutige dreistufige Führung mit Bischofsrat, Regionaldekanenkonferenz und Regionaldekanaten werde durch eine zweistufige mit Bischofsrat und Regionalleitungen ersetzt. Damit werde auch die Kommunikation zwischen diesen beiden Stufen direkter.
Jede Regionalleitung arbeite zudem in einem Team. «Eine transparente Aufgaben- und Kompetenzzuteilung innerhalb dieses Teams sorgt für eine gute Vernetzung der pastoralen Anliegen und Aufgaben in der Region», zeigte sich Stadelmann überzeugt. Und schliesslich trage das Projekt der Personalentwicklung in der Kirche Rechnung: «Ordinierte und nichtordinierte Theologen arbeiten fortan auf allen Führungsebenen zusammen.»
Region BE-JU-SO im Rückstand
«Zurzeit wird an der Umsetzung der Grossräumigen Regionalisierung in allen drei Regionen gearbeitet», so Stadelmann, «es bleibt aber noch ein rechtes Stück Arbeit bis zur definitiven Realisierung.» Die Region BE-JU-SO sei mit ihrer Arbeit etwas in Rückstand, räumte Stadelmann ein.
Deshalb werde der heutige Regionaldekan und Domkanzler Robert Geiser das Amt des Regionalverantwortlichen auch über den offiziellen Start des Projekts am 1. Juli hinaus noch einige Monate ausführen. Für den Posten solle aber so schnell wie möglich ein Nicht-Priester gefunden werden. Er selber werde sich als Bistumsvikar der neuen Region erst ab Herbst voll einbringen können, da er noch stark im Personalamt des Bistums beschäftigt sei.
Kirchen als Jugendräume
Andreas Brun stellte die kantonale Fachstelle für Jugendseelsorge vor. Diese hat vor kurzem in Olten neue Räumlichkeiten, was Brun zum Anlass nahm, einige - durchaus provokative - Denkanstösse zum Thema «Kirchen als Jugendräume» zu geben. Wieso Kirchenbänke und -stühle vorübergehend nicht entfernen und durch bequeme Sitzkissen ersetzen? Weshalb bei der nächsten Renovation die Kirchenwände anstelle weisser Farbe nicht mit bunten Graffitis verzieren? So lauteten Bruns Fragen beispielsweise, was da und dort für Stirnrunzeln sorgte.
«Die Jugendlichen kämen zur Kirche, würden wir ihnen die Kirche, den Kirchenraum, für ihre Menschwerdung zur Verfügung stellen», zeigte sich der Jugendseelsorger überzeugt. Jugendliche hätten das Anliegen, eigene, offene und unbearbeitete Räume zu entdecken, auszufüllen und zu gestalten. «Es ist aber zunehmend schwierig, in unserer Gesellschaft solche Räume überhaupt noch zu finden», so Brun.
Die Kirchen seien solche Räume, welche einem «zutiefst katholischen Prinzip» ausgesetzt werden könnten: der Wandlung. Diese Gedanken seien als Impuls zu verstehen, beruhigte Brun am Schluss wieder. «Ein Impuls, der anregt, vielleicht aufregt, und sich so in Kopf und Herz festsetzt und hoffentlich den Weg zur Hand findet.»